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Prof. Dr. Jürgen Parisi
Die Notwendigkeit kostengünstig herstellbarer
Photovoltaiksysteme erfordert die Orientierung der
Forschungsaktivitäten in Richtung neuartiger Materialien. Ein
vielversprechender Ansatz besteht in der Verwendung halbleitender
Kunststoffe, sogenannter konjugierter Polymere, als primäres
Absorbermaterial für Solarzellen. Halbleitende Polymere sind
mechanisch flexibel und können mit Hilfe von Aufschleuder-
oder Siebdrucktechniken aus der Flüssigphase
großflächig auf ein formbares Substrat aufgebracht
werden. Somit erfordert die Herstellung photovoltaischer
Polymerabsorbern weder Hochtemperatur- noch Vakuumprozesse, so dass
die Produktionskosten im Prinzip klein gehalten werden können.
Trotz der hohen Photosensitivität vieler konjugierter Polymere
ist die Ausbeute an freien Ladungsträgern nach der
Photoanregung des Materials sehr gering. Eine effiziente
Ladungstrennung lässt sich jedoch erzielen, indem man die
Polymerphase mit akzeptorartigen Materialien (z.B. Fullerene oder
anorganische Nanoteilchen) mischt. In solchen Kompositgemischen
führt der photoinduzierte Ladungstransfer zu einer effizienten
Separation der Ladungsträger. Da dieser photophysikalische
Mechanismus in Polymer-Fulleren Gemischen innerhalb extrem kurzer
Zeitskalen (<1ps) erfolgt, liegt die Quanteneffizienz der
Ladungstrennung nahe bei 100%.
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| Die Bulk-Heterojunction Solarzelle |
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Da die Diffusionslängen der primären
Anregungszustände in konjugierten Polymeren recht gering sind,
muß die Dissoziation der gebundenen Elektron-Loch Paare quasi
am Ort der Anregung erfolgen. Ein vielversprechendes Konzept
besteht in der Verwendung von Kompositabsorbern in denen die
Akzeptormoleküle in eine ungeordnete Matrix aus Polymerketten
eingebettet sind. Da sich die Grenzfläche zwischen den beiden
Komponenten über das gesamte Absorbervolumen verteilt spricht
man von einer bulk-heterojunction. Nach der
Ladungstrennung befinden sich die Elektronen und die Löcher in
unterschiedlichen molekularen Systemen, welche gleichzeitig
für die jeweilige Ladungsträgersorte das Transportmedium
darstellen. Durch die Verwendung von Elektrodenmaterialien mit
asymmetrischen Austrittsarbeiten lassen sich die unterschiedlichen
Ladungsträger an den gegenüberliegenden Seiten der
photoaktiven Schicht selektiv einsammeln. Der schematische Aufbau
einer Bulk-Heterojunction Solarzelle ist in Abbildung 1
dargestellt: Die einige 100nm dicke Absorberschicht (orange) ist in
einer Sandwichgeometrie zwischen zwei Elektroden eingefasst: Als
Fensterelektrode wird Indium-Zinnoxid (ITO) verwendet, auf das eine
zusätzliche, semitransparente Schicht des leitfähigen
Polymers PEDOT:PSS durch Spin-Coating aufgetragen wird. Der
Kathodenrückkontakt besteht typischerweise aus einem thermisch
aufgedampften Metall mit geringer Austrittsarbeit. Für dieses
Solarzellenkonzept wurden bisher Wirkungsgrade von 2.5% unter
Weißlichtbeleuchtung bestätigt. Deutliche Steigerungen
der Effizienz könnten durch die Verwendung stärker und
insbesondere breitbandig absorbierender Absorbermaterialien mit
verbesserter Leitfähigkeit realisiert werden.
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